„Mein Körper ist das Ereignis” im MUMOK oder „ExistenzFest. Hermann Nitsch und das Theater” im Theater Museum. Ich entscheide mich für Zweiteres. Unter dem Motto: wenn schon, denn schon.
An der Kassa im Palais Lobkowitz harren „Der Kuss” von Klimt und „Max und Moritz” als Taschentücher traut vereint der potentiellen Käufer. Easy going und gar kein Problem. Die Nitsch Ausstellung ist im ersten Stock im Eroica Saal und ein „Bösendorfer” ist das letzte „draussen”, bevor man sich in das „Innerste” begibt. Sozusagen. Allerlei Filme laufen da, und ins Auge springen immer wieder weiss gekleidete Menschen, die in seltsam gleichförmigen und doch ekstatischen Bewegungen in Gedärmen von Tierkadavern wühlen. Ein anderer Film zeigt seltsam starre Menschen, wie fiktive Hohenpriester gekleidet, in Reih und Glied aufgestellt. Fotos gibt es auch und  auf manchen werden Menschen quasi gekreuzigt. In einem  grösseren Raum steht ein Gerüst ähnlich einer Guillotine; statt eines Delinquenten aber ist ein blutgetränktes T-shirt aufgespannt.
„Klavierspielen ist schöner”, denke ich mir und gehe zum Ausgang.
Im Hinausgehen bemerke ich eine Frau, die am Boden liegt und seltsame Laute von sich gibt. „Ein epileptischer Anfall oder ein Versuchskanichen” denke ich. Zwei schwarz gekleidete Menschen ( von denen es in der Ausstellung mehrere gibt) stehen neben ihr und beugen sich über sie. Wie in ein Ritual eingeweihte Experten. Unter dem Motto:„Kann ja nichts passieren” – quasi.
Noch einmal denke ich mir: „Klavierspielen ist um soviel schöner” und dann bin ich draussen. Endgültig.
Bei den Touristen, den Fiakern und Souvenir Geschäften. Und dem Hrdlicka Denkmal gleich neben an.
Und dann fällt mir „Wien, Wien, nur Du allein” ein. Auch gut.

 

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