Risiken – taking risks

Guillaume Galvani, skydiver

Wer allen Risiken aus dem Weg geht, entwickelt sich nicht weiter.

…zuerst musst Du geduldig an Deinen Fertigkeiten arbeiten, die Deine körperlichen und mentalen Fähigkeiten erlauben. Dabei wirst Du Fähigkeiten entwickeln, Risiken ein – und Grenzen abzuschätzen. Dann kannst Du wie ich von Felswänden springen oder eben nicht, weil Du weisst, wann es zu gefährlich ist.

Mollie Hughes, Everest Bergsteigerin

…Mikroerfolge lassen Dich Schritt für Schritt wachsen.

Ich habe Höhenangst. So konzentriere ich mich auf das, was ich kontrollieren kann – die Sicherung und den Tritt.

Wenn wir uns auf unser eigenes Handeln konzentrieren und ausblenden, was schief gehen kann, reagiert das Gehirn mit positiver Verstärkung.

Auszüge aus Interviews im „Red Bull Bulletin“

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Guillaume Galvani, skydiver

Avoiding risks will prevent further development of your mental and physical abilities.

First and most importantly you have to practice the necessary technical skills based on your mental and physical capabilities.

By doing so you not only learn your limits, but at the same time can analyze the risks of what you are doing now or in the future.

Then you will be able to jump off cliffs as I do, or simply walk away, because you know when something is too dangerous for you.

Mollie Hughes, mountain climber (Mt. Everest)

…even the smallest steps are important in pursuit of a certain goal, as they will make you grow.

I am afraid of heights and therefore I only concentrate on what I have control over: safety measures and my technique.

By doing so and blocking out all the bad things which could happen, my brain responds with positive reinforcement.

Excerpts from interviews in the “Red Bull Bulletin” magazine

Alles neu

Nach einer „klavierbedingten” Pause traf ich Eva wieder in Bad Vöslau.
Etwas Neues war am Programm, soviel wusste ich.
Frage ein paar Tage vorher: Was zieht man an bei 5 Grad plus? Recherchiert im Internet – hat gepasst.
Der Boden: feuchtes Laub, feuchte Wurzeln und jede Menge Steine, manche davon schon „etwas grösser”. Alles Bedingungen, die mir „draussen” total fremd waren.
Und bergab dann auch noch das Ganze. Mental eine absolute challenge, da sehr viele Informationen in kürzester Zeit verarbeitet werden mussten.
Und nach einer Weile war das mentale Reservoir dann erschöpft. Für die Serpentinen bergab war da kein Raum mehr. Nicht bei feuchtem Laub etc.

Was mir aber haften blieb, war: Es muss toll sein, wenn man „das” einmal einigermassen beherrscht.
Fahren bei diesen Bedingungen will allerdings auch geübt werden. Aber nicht am Wienerberg. Der ist dafür “out of date”.

Ein neuer Abschnitt. Wird spannend.
Jetzt im Winter wird die Übungshäufigkeit meinerseits wohl weniger häufig sein, wichtig ist aber, zu wissen wohin man will (von „müssen” kann ja keine Rede sein.)

Und für das „wie” braucht man einen guten coach. Lucky me – den habe ich ja 🙂

 

Such Dir eine Wiese…

…„eine Wiese, die bergab geht”, sagte Eva.
Jedes Mal, wenn es zu den beiden letzten Serpentinen kam, blieb ich stehen. Prinzipiell ein guter Reflex, auf jeden Fall besser, als sich auf falsche Weise zu überwinden, um dann aus der Kurve zu fliegen.
Am Wienerberg wurde ich dann fündig. Eine Wiese, bergab, mit einem Gefälle ähnlich dem der Serpentinen. Viel Platz, etwas abgelegen (keine Zuschauer…). Nicht rasend viel Auslauf.


Um die Gewissheit zu haben, dass da absolut nichts passieren kann, fahre ich einfach grad hinunter. Kein Problem:-)
Dann: Hütchen aufgelegt. Einmal Links – einmal Rechtskurve. Und siehe da, vor dem ersten Hütchen bleibe ich stehen. So wie draussen bei den Serpentinen.
Dieses Mal aber ist alles Anders. Wissend, dass mir hier absolut nichts passieren kann, fahre ich einfach einmal um die Kurven. Technisch recht hinterfragbar, aber darum ging es auch nicht.
Dasselbe ein paar Mal wiederholt, dann war die Luft im Vorderreifen weg und ich schob nach Hause:-)

2 Tage später dann, da konnte ich die beiden letzten Serpentinen fahren. War DAS Erfolgserlebnis. Der Fahrstil war genauso „verbesserungsfähig” wie am Wienerberg, ABER: Ich hatte es geschafft.

Man übt das, was man kann. Schon bei Feldenkrais gelernt, hat sich diese Tatsache wieder bestätigt. Man freut sich an dem, was man tut und entwickelt so ein Körperbewusstsein für Bewegungsabläufe. Und weil man sich dran freut, wird man neugierig und erweitert so seine Grenzen.


Eva hat dann ein Video von meiner Fahrt gemacht. Wie immer, zeigen Aufnahmen das, was man wirklich tut. Man glaubt, man tut das Richtige und tut es doch nicht.
“Body position” – da ist noch viel Raum für “improvement”. Ich habe dann Eva ersucht, mir die letzten beiden Serpentinen einmal vorzufahren. Auch „sehen” was man tun soll bzw. tatsächlich tut, muss man lernen.
Ist aber ein Vergnügen:-)

Cool :-)

Sich einfach einmal überwinden und eine Serpentine zu fahren, wissend man hat eigentlich nicht die technischen skills dazu, das war eine absolute Herausforderung. Und trotzdem – es war notwendig. Der erste Schritt sozusagen.
In den Stunden mit Eva wurde mir dann klar, worum es beim Kurvenfahren eigentlich geht. In der Ebene, da war das schon nicht wirklich mehr ein Problem. Aber bergab, mit Wurzeln, Steinen und nicht endlos Platz – da war das definitiv anders. Wie bei allem Anderen ist das Üben technischer Abläufe essentiell, damit sich eine schrittweise Verbesserung einstellt.
Das Geübte dann im Moment auch zu tun ist ja wieder eine andere Sache, aber: schön langsam reihte sich Serpentine an Serpentine, die ich fahren konnte. Bis nur noch eine oder zwei übrig waren.
Der Plan war, alle Serpentinen vor Weihnachten einmal zu fahren.

Und siehe da: es war schon viel früher so weit. In einer Stunde mit Eva Ende Oktober, da bin ich dann alle Serpentinen gefahren. Mit einer mentalen Pause kurz vor Schluss, die aber absolut notwendig war.
Luft nach oben? Definitiv: jede Menge:-)

CONCLUSIO:
Üben macht definitiv Sinn.
Und: ein guter Coach ist Goldes wert.
Ein “Danke” an Eva.

Similarities

The suitcase was packed, the house tidied up, I was ready to drive to O’Hare airport the next morning to return my rental car.
As the rental office had been relocated to another place, I would have to take a new route as well.
I hoped to not lose my way, but at the same time I knew I would be ok.
Even without GPS installed in the car, I knew I could rely on my cell phone in case I got lost.

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Approaching the exit to the airport, the highway split into two parts, separated by barriers due to construction work. Lots of red arrows and exit numbers distracted me and did not give me much time to adjust as everybody was speeding (and so was I).
And so it turned out that I missed the exit to the airport.
I took the next exit, which was a necessity, pulled into the first parking lot, looked up directions to the airport on my cellphone. 

Lucky me, all I had to do was go straight ahead. At the airport I concentrated on all the turns and signs and reached the rental car office without any problems.
And all the way to the airport I applauded myself for doing a great job:-)

The guy who checked in the car asked me whether it had been difficult to find the rental car office. I said : “No, the signs at the airport are good”. He was glad to hear that, because many customers had complained that the rental car office had been hard to find and hey had lost their way at the airport. Not a pleasant thought when it comes to this huge area.

Any similarities to mountain biking?

Anxiety is ok, as long as it triggers thoughts about how to handle situations. Technically and mentally.
And once you decide to go for it, you will be fine if you do one thing at a time:-)

What is best though is, to enjoy what one does. That’s the way to learn.

Nach der Sommerpause

Ja, wieder die Serpentinen in Bad Vöslau. Ich hätte sie ja noch vielleicht nach hinten verschoben – in ein paar Wochen oder so….
Aber Eva ging zielgerichtet darauf los, was absolut richtig war. Und siehe da: Bis auf eine konnte ich alle fahren. Bei Gott nicht perfekt, aber immerhin. Es war DAS positive Erlebnis und Eva hat sich natürlich auch gefreut. Wenn man so viel Mühe aufwendet, dann freut man sich, wenn man die Früchte seiner Arbeit sieht.
Und die eine, die dauert vielleicht noch, aber irgendwann bin ich dann so weit, dass ich alle fahren kann:-)
Über den Sommer hat sich offensichtlich Einiges mental getan, ohne dass ich so viel gefahren wäre.
Auch gut.

 

Posted in MTB

Welcome back :-)

Nach einem längeren Auslandsaufenthalt war es wieder so weit. Ich warte am Bahnsteig auf den Zug, der mich nach Bad Vöslau bringt, wo ich Eva zur ersten Stunde „in der neuen Saison” treffe. Das Rad – „shiny” wie immer. Ein junger Mann, sehr dünn, sehr blass und mit wenig Zähnen kommt auf mich zu. „Wow, tolles Rad”, sagt er. Und dann: „Fahren Sie das – ganz kleine Minipause- noch?” Ein absoluter Hit am Morgen, diese Formulierung, wie ein unsichtbares Smiley am ansonsten tristen Bahnsteig. Er fragt mich noch, was das Rad so alles kann und gibt mir abschliessend den guten Rat, es in Wien bloss nirgends stehen zu lassen.„Sie wissen ohnehin….”, sagt er noch, und geht dann weiter.
Seine Bemerkung war reizend – wann lächelt man schon auf einem Bahnsteig?

Die Stunde mit Eva war super wie immer; ein richtig guter Mix aus challenge, support und Spass. So soll Lernen sein. Angesagt war dieses Mal Kurven fahren mit Umlegen – um Hütchen herum, und Slalom fahren im allerlangsamsten Tempo.
Ein gradueller approach meinerseits, aber wie gesagt, ein guter Coach macht einen neugierig:-)

Übungsgelände Wienerberg

Die Kurven am Wienerberg. Oft gefahren, beginnen sie Spass zu machen. Man hat das Gefühl, das was man tut auch kontrollieren zu können.
“Learning by doing” eben. Vorausgesetzt es hat einem jemand gesagt, was man tun soll😀


Und wenn man dann genug geübt hat, dann heisst es: “ready for the trails” :-))

 

 

 

 

 

Posted in MTB

Eins und Eins…

Nach einer kurzen Sommepause trafen Eva und ich uns wieder in Bad Vöslau. Zielstrebig peilte sie die Serpentinen an. Mir war klar, daran führt kein Weg vorbei.
Stop and go hatte ich geübt, Kurven fahren auch. Und trotzdem, es war fast “back to square one”. Um etwas in den Griff zu bekommen, muss man einfach wissen, was man zu einem bestimmten Zeitpunkt zu tun hat, und zu welchem Zweck man es tun soll.
Rechtskurven waren leichter als Linkskurven. Mit „überwinden und einfach fahren” ging da gar nichts.
Stop and go, mal schnell, mal langsam, umlegen, Blickrichtung und Linienführung in der Kurve, all das war am Programm. Als Belohnung gabs eine Wurzelquerfahrt, die von Anfang an Vergnügen machte.

 

 

 

 

DER WIENERBERG – ein ideales Übungsgelände.

 

Und dann, nach einer Woche, war es wieder so weit. Die Serpentinen in Bad Vöslau.
Umlegen, Einschlagen und Vieles mehr.

Am Schluss meinte Eva: „Wir fahren jetzt die Serpentinen hinunter, fahr Du voraus.”

Und zum ersten Mal überhaupt bin ich Serpentine eins und zwei in einem gefahren. Es war ein ganz tolles Gefühl, das „Üben” hatte sich  ausgezahlt. Die Einzelteile des trainings begannen sich zu einem Ganzen zusammenzufügen.
Auch für Eva war es ein super feeling – den Erfolg zu sehen, für den man den Grundstein gelegt hat, das ist schon was.

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Ganz zum Schluss hat sie mir dann noch das „Rückwärtsabsteigen” gezeigt – für Notfälle. Auch DAS werde ich üben:-)

“just go for it”

Am Weg zum Jubiläumskreuz in Bad Vöslau treffe ich auf einen Mann um die 50. Er macht – so wie ich – eine kurze „Trinkpause”. Im Gespräch, das sich ergibt, bemerkt er:  „Ihr Lenker ist viel zu breit für Sie. Den müssen sie kürzen”. Ja ja…Er erzählt mir dann, dass er zum Eisernen Tor will. Als ich ihm sage, dass ich dort noch nie war, meint er, dass da  ALLE hinfahren. Ich sage ihm, dass ich aber am Weg zur Vöslauer Hütte bin, worauf er meint, dass dann das Eiserne Tor ohnehin zu viel für mich wäre.
Ich wünsche ihm einen schönen Tag, denke mir schmunzelnd meinen Teil und mach mich auf den Weg zum trail, den ich 2 Mal mit Eva, aber noch nie alleine gefahren bin.

Die Wurzelstufen sind zahlreicher und auch höher als ich sie in Erinnerung hatte, aber die „Wurzelstufen Stunde” mit Eva gibt mir das tool zur Hand, den trail zu fahren. 2 bis 3 Mal bleibe ich stehen, um eine mentale Pause einzulegen; unten angekommen freu ich mich; ich hab gewusst: genau dieser Tag ist es, an dem ich den trail zum ersten Mal alleine fahren kann.

Am Nachhauseweg fällt mir noch die kleine Kuhglocke ein, die der wohlmeinende Zeitgenosse am Rad hängen hatte – „damit mich die Wanderer hören”.