Kreativ kritisch.

Automation, eine Ausstellung in der Kunsthalle Wien

Als Ergänzung zum Ticket gibt es ein relativ dickes Programmheft zur Ausstellung, das ich aber beschliesse nicht zu lesen. Ich möchte die Ausstellung „ungefiltert” auf mich wirken lassen.

Gleich am Anfang gibt es eine Installation. Ein Mann trommelt und der Rhythmus des Trommelns wird kombiniert mit einem „Close up” , zielgerichtet darauf, wie „Mann eine Trommel hält”. Ist gut, witzig und unaufdringlich. An der Wand gibt es eine optisch tolle Grafik dazu in schwarz – weiss. Da die Musik für meine Ohren ein bisschen zu laut ist, gehe ich ziemlich bald zum grossen Ausstellungsraum im 1.Stock. Litanei -ähnliche Musik (sehr angenehm und zum Thema passend) zieht den Blick auf 2 Scheibenwischer an einer Wand, angetrieben durch das endlose Abspielen der Musik.

Auf Bildschirmen sprechen Menschen miteinander. Die einen scheinen Experten zu sein, ihr Mienenspiel ist ernst und engagiert. Ihre Gesprächspartner haben sichtlich bisweilen ihre Zweifel an dem, was sie soeben hören. Ich setze die dazugehörigen Kopfhörer auf. In diesem Fall geht es darum – zumindest in diesem Ausschnitt – um Arbeitsoptimierung (wann habe ich meine beste Phase und bin am produktivsten, Leerlauf Ausschaltung sozusagen).

Manches erschliesst sich von selbst, wie die ersten Apparate, die sich in den 50er Jahren mit Automatisation auseinandersetzen. Anderes bleibt rätselhaft, ist aber nie langweilig. Das Thema wird durch eine Vielzahl recht unterschiedlicher Objekte beleuchtet.

Wie auch immer, die Ausstellung zeugt von sehr viel Kreativität und durchleuchtet gesellschaftliche Prozesse auf kritische Weise. Ausserdem ist sie spannend und regt zum Nachdenken an. Was will man mehr. Den Katalog kann man ja noch immer lesen.

Bei den – durchaus dekorativen – Bananenschachteln war ich mir nicht sicher, ob sie Teil der Ausstellung sind oder bloss Dekoration. Man muss aber nicht Alles wissen.

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