“A few Mozart photos for our lectures- that would be perfect!“ Hat man mir gesagt.


Also macht man sich auf den Weg – zunächst in Wien. Vorbei an Mozart – Clones, die mit ihren Handys beschäftigt sind, wenn sie nicht grad Karten für Konzerte verkaufen. Also dort geht man einmal vorbei und landet beim Mozart Haus hinterm Stephansdom.
Geht hinein, geht durch und ist recht ratlos. Oskar Werner als Mozart am Bildschirm, ein Spieltisch mit Karten, nein der ist nicht aus der Wohnung, in der hier Mozart gelebt hat. Wie vieles andere auch. Echt und am authentischesten ist der Ausblick auf die schmale Gasse. Das muss damals auch so ähnlich ausgeschaut haben.
Den 3. Stock schenke ich mir, dort ist das Souvenir shop und Ähnliches kennt man ja von der Innenstadt zur Genüge.
Das Museum hat die Ausstrahlung gut gemachter Werbung. Glatt und auf ästhetische Weise nichts sagend.


Nächster Versuch: Der Biedermeier Friedhof in St. Marx. Ein sensationeller Platz, bei meinem Besuch ist auch das Licht fantastisch. Wirklich sehenswert.
Man weiss, dass Mozart in einem Schachtgrab begraben wurde. 6 Leichen in Säcken übereinander gelagert, mit Kalkschicht bestreut. 17 Jahre nach Mozart’s Tod wollte seine Witwe das Grab besuchen, aber da wusste man schon nicht mehr, wo es genau war. Der Friedhof war damals 4 bis 5 km von der Stadt entfernt (aus hygienischen Gründen), die Einsegnung des Leichnams war im Stephansdom, dann wurde der Sarg zum Friedhof hinausgefahren. Grabsteine waren dort eigentlich verboten, aber viele Leute haben sich nicht dran gehalten.
Es gibt ein Denkmal an der Stelle, wo man die Begräbnisstätte vermutet. Mit seinem weissen Kies und Marmor wirkt es wie ein Fremdkörper in all der morbiden Pracht.
Mozart „ findet” man hier sicher nicht.
Die Frage stellt sich: Ist das überhaupt möglich bzw. notwendig?
Schubert’s Sterbezimmer in der Kettenbrückengasse, da „findet” man Schubert, glaubt man zumindest. Da diese Stätte total unterfinanziert ist, hat man nicht viel geändert und die Atmosphäre dort hebt sich – Glück im Unglück – wohltuend von der des Mozart Hauses ab.


Salzburg Geburtshaus, 3. Versuch. Salzburg, das ist so speziell, Salzburg ist Mozart und sein Geburtshaus in der Getreidegasse ist einfach so wie Salzburg. Und überraschend einfach.


Da gibt es nun eine Menge Fotos für die lectures, für eine audience, von der der grösste Teil niemals nach Österreich kommen wird. Ein ungefähres Bild von „Wien damals” und dem Wien heute  kann man aber vermitteln. Mehr ist auch nicht möglich.
Einem übenden Musiker bleibt Mozart soundso ein Rätsel, dem man sich höchsten etwas annähern kann. Wie ein Sisyphus, dem sein Schicksal Spass macht.


Friedrich Gulda, einer der ganz grossen Mozart Interpreten hat einmal gemeint, er „würde so gern im Himmel einmal mit Mozart 4-händig spielen”. Vielleicht findet man ihn (Mozart) ja dort.

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