Eine Frau, 88 Jahre ist sie nun.

 Nach dem 2. Weltkrieg studiert sie an der Akademie für Bildende Kunst in Wien. Die Erkenntnis, dass sie „nichts für den freien Kunstmarkt” ist, fasst in ihr sehr bald Fuss. Und so unterrichtet sie Zeichnen an der Berufsschule für Friseure. Und hat einen freien Rücken. Ihr ganzes Leben lang.

Sie tut künstlerisch, was ihr in den Sinn kommt. In hohem Alter beginnt sie ihre „Sachen” zu verschenken (dem MUSA und somit der Stadt Wien), weil sie – Lieselott Beschorner – ihre Werke zumindest irgendwo aufgehoben wissen will. Und sei es in einem Speicher.
2011 dann gibt es eine Ausstellung über ihr Werk.

Einen Bildband hätte sie gerne. Zur Erinnerung. Aber nein, da gibt es doch viel praktischere Lösungen.
Und so bietet man ihr statt eines Bildbandes ein Grab an. Ein echtes. Ein richtig praktisches Geschenk eben, mit dem sie einmal „was anfangen kann”. Und altersgemäss ist es obendrein.

Wien, Wien, nur Du allein…

2015 erhält sie dann den Kunstpreis der Stadt Wien. Sie ist 88 und kann zur Ehrung nicht erscheinen. Ihr Werk wird mit dem von Louise Bourgeois und anderen Grössen verglichen.

Ein Grab„als Draufgabe” kann man ihr schwerlich noch einmal anbieten.

Mehr ueber Lieselott Beschorner in diesem Artikel ( Presse)

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A woman aged 88 gets honored by the government of Vienna for her artistic work. Which is a late honor indeed, but then better now than never.

In 2011 she was honored as well, to be honest. After she had dedicated all her artwork to the MUSA, (which is the museum of the Government of Vienna) the museum presented her artwork in an exhibition. All she – Lieselott Beschorner – wanted, was a book about the show, which would be normal to expect. But no – no book. And as she was in her 80s already, she was offered a grave instead. As a reward. Which certainly is more costly than a book, but is a funny idea anyway.

Does it tell much about Vienna? Yes, it does.

Nothing to argue about the fact, that this practical gift makes sense. And yet, it triggers all kinds of thoughts.

After WWII Lieselott Beschorner studied at the Academy of Fine Arts and realized very quickly that the life of an artist, hunting for jobs, was not what she wanted. She had been teaching drawing at a school for beauticians (the ones who cut your hair) her entire life which gave her all the freedom to do artistically what she wanted. 

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